7.3.2.2 Das aristotelische und platonische
Paradigma
Das zentrale Element der „Relative State“ Theorie Everetts liegt nach Andrew Soltau im „Gedächtniszustand“ des Beobachters. Eine quantenmechanische Beschreibung des Protagonisten (Beobachters) muss daher von einem ontologischen Dualismus zweier logisch inkompatiblen Bezugssystemen (BZ 1 versus BZ 2) ausgehen: der inneren, subjektiven Ansícht (Tegmarks „Froschperspektive (BZ 2), vgl. auch Primas‘ Exophysik), und der äußeren, objektiven Ansicht (Tegmarks Vogelperspektive, BZ 1, vgl. Primas‘ Endophysik).1
Die Begriffe des schwedisch-amerikanischen Physikers Max Tegmark umschreiben die Kollaps Dynamik (BZ 2, die Froschperspektive“ Tegmarks) bzw. die lineare Dynamik (BZ 1, die „Vogelperspektive“ Tegmarks) und umfassen damit die Ganzheit des quantenmechanischen Bezugsrahmen (QMBR).2
Die Quantenmechanik stellt nach Soltau erneut die Frage nach der Gültigkeit zweier abendländischen Paradigmen der Metaphysik: der Ontologie des Aristoteles oder der Ontologie Platons.
(a) Das „aristotelische Paradigma“.
Das „aristotelische Paradigma“ repräsentiert die „subjektiv wahrgenommene ‚Froschperspektive‘ [nach Tegmark, 1998, S. 23 (BZ 2), vgl. auch Primas‘ Exophysik] und ist physikalisch real.“ Die Froschperspektive und „die gesamte menschliche Sprache“ sind [jedoch] nur eine „nützliche Approximation“, die wir benutzen, „um unsere subjektiven Wahrnehmungen zu beschreiben.. .“
(b) Das „platonische Paradigma“.
Das platonische Paradigma [Hervorhebung d. Verf.] repräsentiert „die Vogelperspektive“ [nach Tegmark, bzw. BZ 1, vgl. auch Primas‘ Endophysik] und ist ebenfalls physikalisch real.“ Die ‚Vogelperspektive‘ sowie die für ihre Beschreibung benutzte „mathematische Sprache“ stellt ebenfalls nur eine „nützliche Approximation“ dar.3
Die Many Minds Version Soltaus beschreibt somit die Gültigkeit beider Paradigmen.
- Andrew Soltau, Interactive Destiny, in. philpapers.org, Januar 2009, pp. 6-7, [Digitale Ausgabe], URL: https://philpapers.org/rec/SOLID; vgl. auch Max Tegmark, „Is ‚the theory of everything‘ merely the ultimate ensemble theory?“ Veröffentlicht in: Annals of Physics, 270, S. . 1-51 (1998), hier. S. 9, Institute for Advanced Study, Princeton. 1. Dezember 1998, [Digitale Ausgabe], URL: https://arxiv.org/pdf/gr-qc/9704009 ↩︎
- Max Tegmark, “Is ‚the theory of everything‘ merely the ultimate ensemble theory?“ Veröffentlicht in: Annals of Physics, 270, S. . 1-51 (1998), hier. S. 9, Institute for Advanced Study, Princeton. 1. Dezember 1998, [Digitale Ausgabe], URL: https://arxiv.org/pdf/gr-qc/9704009 ↩︎
- Andrew Soltau, Interactive Destiny, ResearchGate, Januar 2009, Abstract, [Digitale Ausgabe], URL: https://philpapers.org/rec/SOLID ↩︎
