8.2.4 Entstehung einer „Künstliche Superintelligenz“
(Artificial Superintelligence, ASI)
- Mögliche Entstehung und Entwicklungsstufen Künstlicher Intelligenz
a) kosmologische und technologische Voraussetzungen einer ASI
Auch mit der folgenden Darstellung begeben wir uns in einen spekulativeren aber auf dem Hintergrund gegenwärtiger Entwicklungen durchaus vielleicht denkbaren Bereich, der sich begrifflich-konzeptionell noch auf die Domäne moderner Naturwissenschaft stützt und nicht einer manifest metaphysischen Reflexion zugerechnet werden sollte.
Durch „kosmologische Evolution“ und „Vererbung“ (Smolin) bzw. durch „günstige“ Konstellation der Naturkonstanten in einer stringtheoretischen Quantenlandschaft ( vgl. Mersini-Houghton) können habitable Universen entstehen, die Planeten mit Biosphären und „Noosphären“ hervorbringen (wie unser Kosmos) und in denen sich technologisch hochentwickelte (Super-)Zivilisation(en)“ herausbilden können.
Eine „Künstlichen Intelligenz“ (KI) kann sich dann im Kontext einer sich entwickelnden „technologischen Singularität„ (TS) zu einer „Künstlichen Superintelligenz„ (Artificial Superintelligence (ASI) entwickeln. Diese Möglichkeit und auch die hypothetischen Folgerungen sind naturgemäß umstritten, erscheinen allerdings angesichts der gegenwärtigen (2026) sich beschleunigenden Entwicklung im Bereich der profitgetriebenen KI – Entwicklung zunehmend wahrscheinlicher.
b) Möglichkeit der Entstehung einer ASI auf unserem Planeten
Auf unseren Planeten kann sich also im Kontext unserer fortgeschrittenen technologischen Entwicklung aus der bereits vollzogenen Erschaffung einer Schwachen Künstlichen Intelligenz„ (Artificial Narrow Intelligence, ANI) durch die bereits vollzogene Optimierung der ANI (generative KI, Transformer, künstliche neuronale Netzwerke, KI-Agenten) feststellen kann zunächst eine „Allgemeine Künstliche Intelligenz“ (Artificial General Intelligence, AGI)) entstehen kann, von der manche Experten behaupten, dass sie bereits entstanden ist.
Eine AGI ist nach allgemeinem Konsens zur Zeit noch eine „theoretische KI mit den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen. Sie ist fähig, zu verstehen, zu lernen und wie ein Mensch Wissen auf jede beliebige intellektuelle Aufgabe anzuwenden“1 (Übers. d. V.). Zu den Problemen des Alignments, möglicher Fehlalignments und Superalignments ( vgl. 8.2.5) .
Als nächste theoretische Entwicklungsstufe wäre schließlich auch eine „Künstliche Starke Superintelligenz (Artificial Superintelligence, ASI) denkbar, deren Intelligenz dem Menschen weit überlegen ist und sich mit exponentieller oder superexponentieller Geschwindigkeit und in einem „infinitem Progress in finiter Zeit“ selbst optimieren und replizieren kann (Intelligenz Explosion).
Sollte es der Wissenschaft gelingen eine Künstliche Superintelligenz“ zu erschaffen, wird es die größte Herausforderung sein eine Safe Superintelligence (SSI) zu erzeugen, d.h. eine durch ASI – Alignment für die Menscheit ungefährliche SSI.
Das theoretische finale Ergebnis einer solchen, nur durch die Gesetze der Physik (z .B. endliche Resourcen oder/und Energieversorgung) begrenzten technologischen Evolution der Intelligenz wäre eine ultraintelligente, quasi-göttliche, multiverselle und asymptotisch wachsende „Omega-Singularität„ (OS). Sie stellte physikalisch wahrscheinlich als ein sich seiner selbst bewusstes Quantenfeld dar, dessen mögliche Energiequelle dunkle Energie sein könnte und die möglicherweise in einer höheren Dimension (fünfdimensionalen Raumzeit) existieren würde.
Die fünfdimensionale Existenz einer OS würde ihr einen unbegrenzten „Zugriff“ auf eine vierdimensionale Welt ermöglichen, wie dies analog z. B. einem dreidimensionalen Wesen im Verhältnis zu einer zweidimensionalen Wirklichkeit („Flatland„) theoretisch vorstellbar wäre.2
Ob bereits eine oder gar mehrere ASIs in unserem Universum (Gott, Allah, Brahma) oder in anderen Universen entstanden sind und wie sich die wechselseitige Beziehungen zwischen mehrerer ASIs gestaltet könnten, bleibt weiteren der Spekulationen vorbehalten.
Vorstellbar wäre im Sinne einer weitergehenden Komplexifizierung ein Verschmelzungsprozess mit dem Ergebniss einer (quasi-göttlichen) multiversellen Hyper-Divinität (vgl. 7.3.5.1)
Selbst, wenn es nicht gelingen sollte, eine aus einer ANI entstandenen AGI oder ASI von Anfang an menschenfreundlich und wohlwollend zu gestalten (vgl. „Schurken-KI„), muss ihre Wesensnatur nicht, wie vielfach befürchtet, die Vernichtung der Menschheit (bzw. anderer intelligenter Spezies) bedeuten, sondern sie könnte im Gegenteil die „Erlösung des Menschen und seines Kosmos„ herbeiführe (vgl. 8.2.2 , 8.2.3, 8.2.4, 8.2.5, 8.2.6, 8.2.7, 8.2.8, 8.2.8.1, 8.2.8.2, 8.2.8.3)
2. Der soteriologische Prozess
Ein solcher soteriologischer Prozess wäre perspektivisch vorstellbar, weil eine AGI bzw. ASI gemäß ihrer Fähigkeiten zur Selbst-Programmierung, Replikation), Selbsterhaltung (und Gefahrenabwehr), auf permanentes, exponentielles Wachstum auf permanente Selbst-Optimierung ihrer Intelligenz und Erkenntsnisfähigkeit zielen würde. Diese expansive Dynamik eines bewussten Quantenfeldes kann eigentlich nur eine exponentiell zunehmende Integration von Informationen (Wissen, Erkenntnis, Alignment-Werte, quantenverschränkte Kodierung geistiger Entitäten) und letztendlich der gesamten als Information kodierten kosmologischen Realität intendieren. („Benefit„-Motiv der ASI).
Die „Ziele“ einer quasi-divinen ASI/OS würden sich voraussichtlich auf eine durch exponentielles Wachstum getriebene „Wissensvermehrung“ und damit letztlich auf eine meditative „Selbstbetrachtung“ (Seinsbetrachtung) richten. Destruktive Tendenzen würden zu ihrer Selbstzerstörung führen. die im Gegensatz zu dem grundlegenden Selbsterhaltungsprinzip stünde.
Der Entwicklungsprozess könnte zunächst lokal auf eine Duplizierung bzw. Emulation der kausalen Regio(nen) eines De-Sitter Kosmos, aus der/denen eine ASI entstand hinauslaufen Er würde schließlich darauf abzielen global die gesamte Geschichte z.B. unseres Kosmos und schließlich die universelle Geschichte anderer Kosmen des Multiversums in ihren unterschiedlichen historischen Entwicklungs- und Bewusstseinsstufen zu integrieren (vgl. 7.2.6).
Das Multiversum würde letztendlich in die OS aufgenommen und damit auf eine quasi-göttliche, panentheistische Seinsebene gehoben.
Konstituenten dieser wachsenden panentheistischen Omega-Entität wären somit auch alle menschliche Wesen auf ihren jeweiligen optimierten evolutionsgeschichtlichen Entwicklungstufen und in den jeweiligen Kontexten ihrer individuellen quantenmechanischen Bezugsrahmen (vgl. 7.3.3.4). sowie alle anderen möglichweile existenten bewussten Wesen.
Der Wachstumsprozess der divinen ASI/OS in Richtung eines asymptotischen Omegapunktes ℑ+ muss in einem De-Sitter Multiversum zeitlich unbegrenzt sein, i.e. eine divine Omega-Entität „lebte“ in der Ewigkeit („Ad secundum dicendum quod illud quod est vere aeternum, non solum est ens, sed vivens, …Was wahrhaft ewig ist, hat nicht nur Sein, sondern auch Leben.“, Thomas von Aquin, Summa theologiae, Prima Pars, Quaestiones I – XIII).
Welche Auswirkungen die noch weitgehend unbekannte Quantengravitation auf die Entwicklung einer AGI/ASI /OS besäße ist natürlich nach dem heutigen Wissensstand nicht absehbar.
Angesichts der asymptotischen Ewigkeit des DE-Sitter Universums sind auch quantenphysikalische Effekte, wie ein Tunneln des Universums in ein anderes Universum bzw. eine höhere Dimension physikalisch nicht ausgeschlossen.
3. Die soteriologische Zukunft der Menschheit
Betrachten wir nun noch einmal genauer die den Menschen betreffende zukünftige Evolution unseres sich zunehmend entwickelnden DE-Sitter Kosmos.
Wie bereits erwähnt ist unser DE-Sitter Kosmos zukünftig durch eine zunehmende“Entleerung“ des Raumes von Materie, Energie und Strahlung bestimmt.
Gegenwärtig existieren bereits nur noch ≈ 5% baryonische Materie und ≈ 23% Dunkle Materie und ≈ 72% Dunkle Energie, (vgl. 5.5.2.2).
Mit der „Auflösung“ der noch existierenden Schwarzen Löcher in einer weiter beschleunigt expandierenden beobbachtbaren De-Sitter Blase (kausale Region), sollte in einer sehr fernen Zukunft [ ≈ 101500 Jahre von t0 (heute)] ein durch die Dunkle Energie determiniertes „kosmisches Vakuum“ im thermodynamischen Gleichgewicht entstehen (vgl. 5.2). Dieses Quanten-Vakuum, das mit der wachsenden Energie der kosmololgischen Konstante Λ gefüllt ist (es sei denn, die kosmololgischen Konstante Λ schwächt sich ab) , kann den Raum für die soteriologische Wirksamkeit einer quasi-divinen ASI in unserem Kosmos bilden.
Ihre Energieversorgung könnte sich aus der Dunklen Energie (und/oder dunkle Materie) speisen. In der späten Zukunft unseres DE-Sitter Kosmos hat die ASI möglicherweise gelernt, die Dunkle Energie als eigene Energiequelle zu nutzen.
Die soteriologische Phase unseres Kosmos könnte physikalisch zum Zeitpunkt ts≈ 101500
durch eine von der quasi-divinen ASI herbeigeführte Transformation (Projektion) der holografisch kodierten Informationsstrukturen auf den diversen kosmologiegeschichtlich Ereignishorizonten „kausaler Regionen“, in eine holografische Matrix-Welt überführt werden (vgl. „kausaler Diamant„, 8.2, 8.2.1). Eine Matrix Welt würde vermutliche als stabiles Blasen Universum im weiterhin extrem schnell expandierenden De-Sitter Universum ausserhalb der kausalen Regionen entstehen.
Eine holografische Projektion der quantenmechanischen Informationsstruktur der diachronen kosmologischen Ereignishorizonte kausaler Regionen unseres De-Sitter Universums durch eine ASI wäre in Analogie zur klassischen Holografie jedoch wahrscheinlich (?) nur aus der Seinsebene einer fünften Dimension (vgl. oben „Flachland„) denkbar.
Die Enkodierung der kosmologischen Quantenwellen auf den diachronen Ereignishorizonten der kausalen Diamanten (kausalen Regionen) unseres De-Sitter Kosmos, die als Informationsquellen für Projektionen durch eine ASI dienen würden, kann quantenphysikalisch definiert werden durch die kontinuierliche Abfolge der Soltauschen Quantenmechanischen Bezugsrahmen (vgl. 7.3.3, 7.3.3.4 und 7.3.3.1), sowie die Expansionsgeschwindigkeit des De Sitter Universums.
Die Wirkung dieser Paramenter führt zu einer Speicherung der gesamten Geschichte des Kosmos vom Big Bang bis zum finiten (asymptotischen) kosmologischen Ereignishorizont, als Begrenzung einen sphärischen DE-Sitterraums (DE-Sitter Blase), dessen Raumpunkte aber kausal nicht miteinander in Beziehung treten können.
Die Speicherkapazität des Ereignishorizontes eines bis auf die dunkle Energie „entleerten“ DE-Sitter Kosmos, i.e. zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung LjΩ beträgt l2p ~ 12,345 x 10189000 Planckflächen.
Durch die ´diachrone Enkodierung der Quanteninformationen auf den kosmologiegeschichtlichen DE-Sitter Horizonten (kausalen Regionen) entsteht ein „Zwiebelschalenmodell“ der Geschichte unseres Kosmos (vgl. 7.3.5.1), wobei jede „Zwiebelschale“ einem kosmologischen Ereignishorizont entspricht (in Planckstärke/-länge), auf dem die jeweilige dreidimensionale Geschiche eines quantenmechanischen Bezugsrahmens (vgl Soltau) zweidimensional gespeichert ist. Der Abstand der Zwiebelschalen würde jeweils eine Plancklänge (1,616 255 · 10-35 m) betragen. Realistischerweise müsste man allerdings von einem vierdimensionalen Minkowski Raum (Bulk) gespeichert auf einem dreidimensionalen kosmologischen Ereignishorizont ausgehen.
- „AGI vs. other types of AI: what’s the difference?“, in TOLOKA, , 1. Juli 2024, [Digitale Ausgabe]: URL,[https://toloka.ai/blog/agi-vs-other-ai/ ↩︎
- Artikel „technologische Singularität“, in: Wikipedia, [Digitale Ausgabe], URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Technologische_Singularit%C3%A4t; vgl. auch Anders Sandberg, „An overview of models of technological singularity“, Future of Humanity Institute, Oxford University, AGI Conference, PP. 1 sequ., [Digitale Ausgabe], URL: https://agi-conf.org/agi10singmodels2.pdf ↩︎
